Helferkreis für die Diözese Ternopil – Ukraine e.V.

unterstützt durch Sternstunden e.V.

JHV beim Chiemgauer Helferkreis für Ukraine – Informationen aus erster Hand vom Priesterseminar in Ternopil

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Aschau/Rosenheim/Ukraine (hö) – „Das war ein Jahr mit besonders viel Arbeit und mit außergewöhnlichen Hilfeleistungen“ – mit diesen Worten begann Kathi Schmid als Vorsitzende des Vereins „Helferkreis für die Diözese Ternopil-Ukraine“ ihren Jahresbericht bei der überaus gut besuchten Jahresversammlung im Gasthaus „Kampenwand“ in Aschau i. Chiemgau. Und Pfarrer Ivan Vynnyk vom Priesterseminar in Ternopil ergänzte dies mit dem Satz: „Jede noch so kleine Spende ist eine Gabe, die von Herzen kommt“. Der Helferkreis besteht seit fast 30 Jahren, hat derzeit 58 eingetragene Mitglieder und hat gerade durch den russischen Angriffskrieg seit Februar 2022 die Hilfslieferungen verstärkt.

Für Kathi Schmid war die Zusammenkunft eine richtige und wichtige Gelegenheit, Danke zu sagen. Die vielen Hilfstransporte mit bislang 28 großen LKW-Fahrten waren und sind möglich dank vieler Spenden und Vereinsaktivitäten. „Aber ohne Eure tatkräftige Mithilfe wäre all das nicht machbar“. Gemeint waren neben den Mitgliedern, Helfern und Gönnern viele Unterstützungen durch Gemeinden, Pfarreien, Vereine und Firmen. Rund 10.000 Euro konnte der Verein im letzten Jahre aufgrund seiner eigenen Bastel-Arbeiten in Verbindung mit Marktverkäufen generieren. Weitere 2.000 Euro kamen an diesem Abend hinzu als Sylvia Steiner aus Höhenmoos als Vorsitzende vom Weihnachtsmarkt Achenmühle aufgrund dessen guten Verlaufes diese übergab und sagte: „Unsere beiden Vereine unterstützen sich seit Jahren gegenseitig und vielfältig und da geben wir gerne eine Spende“.

Sylvia Steiner überreicht eine Spende des Weihnachtsmarkts Achenmühle

Zweiter Vorsitzender Fritz Tischner erläuterte die wertvolle Unterstützung des Vereins durch BR-Sternstunden und die jüngste Überlieferung eines Behinderten-Fahrzeuges, das der Verein günstig vom BRK Rosenheim erwerben konnte und das mit vier Rollstühlen und einer Rampe ausgestattet ist. Aktuell und ausführlich berichtete Priester Ivan Vynnyk aus der Not in seiner Heimat. „Am 28. November verloren wir durch einen Angriff 38 Menschenleben, 110 Familien wurden wohnungslos und am 1. Mai hatten wir durch einen massiven Drohnenangriff 20 Verletzte und schlimme Zerstörungen“. Bilder aus den Schutzkellern, aus der vom Priesterseminar betriebenen Landwirtschaft und von der regelmäßigen Ausgabe der Lebensmittelpakete für rund 2.000 Geflüchtete und Bedürftige zeigten deutlich, dass die Spenden des Helferkreises gut ankommen und gut eingesetzt werden. „Um über 60 Prozent gestiegene Benzinpreise erschweren die Situation, oft sind die Leute auf Fahrräder angewiesen, deswegen sind wir dankbar, dass beim letzten Transport 35 tauglich hergerichtete Fahrräder dabei waren“. Jakob Steiner, der das Abholen und Zusammenstellen der Hilfstransporte übernahm gab bekannt, dass bereits wieder neue Spendenankündigungen vorliegen und dass Gemeinde und Feuerwehr Prien für kurzfristige Einlagerungen Räume zur Verfügung stellen. „Allein bei der letzten Fahrt konnten wir zusätzlich zu Lebensmitteln, Kindernahrung, Kindergartenausstattungen noch 18 Rollator und 15 Rollstühle mitgeben“ – so Jakob Steiner.  Seine Frau Traudi, die sich um die gesamten Zoll-Formalitäten kümmert, nannte als Unterstützungs-Beispiel den Wastlhof in Prien-Elperting, im dortigen Eier-Verkaufsladen erzielten im letzten Jahr 742 von den Mitgliedern selbstgemachte Marmeladengläser, 65 Oster-Kerzen und 21 Oster-Fahnen eine Einnahme in Höhe von 3,200 Euro.

Jakob Steiner berichtet vom letzten LKW Hilfstransport

Das gesamte Zahlenwerk des Vereins erläuterten Schatzmeister Sepp Bauer sowie die Kassenprüferin Marianne Keuschnig. Die Zustimmung der Versammlung für ihren Bericht erhielt auch Schriftführerin Marianne Lankes. Zweiter Vorsitzender Fritz Tischner bedankte sich mit einem persönlichen Blumenstrauß bei der Vorsitzenden Kathi Schmid und bei Priester Ivan Vynnyk für dessen Informationen aus erster Hand. Dieser dankte für die Glückwünsche zur jüngsten Priesterweihe in der Ukraine und zur vorjährigen Diakonenweihe in München, er konnte noch verkünden, dass er vor wenigen Monaten Vater einer Tochter geworden ist und dass er sich tagsdarauf mit seinem Doktoranden bei der LMU in München trifft. „Danach fahre ich wieder in meine Heimat und überbringe Eure Grüße und Hilfe“.